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Ein freundliches Neues Jahr 2026

Zwei kleine, gelbe Blumen sind zwischen Steinen gewachsen.

Freundlichkeit – die kleine Schwester der Liebe

Vor ein paar Tagen habe ich nochmal den Film „Everything, everywhere, all at once“ gesehen, ein Science-Fiction, in dem „Alles, überall und zugleich“ geschieht. Ein wilder Film, der davon erzählt, welche Wege wir in diesem Leben gegangen wären, wenn wir uns anders entschieden hätten und was wir in anderen Leben schon alles Großartiges gelebt und welch vielfältige Fähigkeiten entwickelt haben.

Für die Hauptdarstellerin sind diese Welten zunächst echte Alternativen, – angesichts des aktuellen Lebens in einem zwar eigenen Waschsalon, doch mit einer schwer angeschlagenen Mutter-Tochter-Beziehung, einem in der Vergangenheit verhafteten Vater im Rollstuhl und eines Ehemannes, der zwar kleine Spielzeugaugen auf Dinge klebt und die Menschen mit seiner Art zum Lachen bringt, aber nicht so gut im Organisieren ist. Zudem will er sich jetzt auch noch scheiden lassen, weil er spürt, wie sehr sie sich fragt, was gewesen wäre, wenn sie nicht mit ihm gegangen wäre, damals, und um den Weg frei zu machen für einen, der besser für sie ist.

Doch während sie im vermeintlichen Kampf um Gut und Böse durch die Welten reist und ihre alten Kräfte erfährt, und sich zeigt, dass rückblickend nie nur eine Sache zu ändern ist, ohne die anderen anzustoßen und immerwährender noch so perfekter Kampf keinen Frieden bringt, steht der Ehemann auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen auf und ruft mutig zu Freundlichkeit als neuer Kampfausrichtung auf. Verdutzt begreift seine Frau und nutzt ihre erinnerten Fähigkeiten dahingehend.

Liebeserklärung an das Leben

Der Film ist eine Liebeserklärung an das Leben, das unvollkommene, jetzige Leben, mit dem wir manchmal hadern, doch das gelebt werden will, mit ganzem Einsatz, allen Herausforderungen, und dessen Kitt und soziale Wärme eine – unsere – grundlegende menschliche Freundlichkeit ist. Eine die nicht berechnend, sondern einfach da ist. Eine, die zur Familie der Güte, Toleranz, des Mitgefühls und Zuerst-Lächelns ohne Erwartung gehört. Eine, die in alle Ritzen fließen und Steine zum Zerbersten bringen kann, die Eis bricht und Vertrauen stärkt, Zögerliches und Unsicheres ermutigt und in den unmöglichsten Situationen ein Lächeln zaubert und berührt. Eine, die in unsicheren und misstrauischen Zeiten furchtbar unmodern geworden zu sein scheint, doch zugleich an verschiedensten Stellen gerade eine Renaissance erfährt.

Sie lässt uns wieder zu Lernenden werden, denn das haben wir verlernt, das ist offensichtlich. Auf der anderen Seite, – vielleicht ist es gar nicht so tief vergraben, näher an der Oberfläche und weniger gefährlich, als wir meinen. Wenn einige mutig voranschreiten, kann es zu einer Woge werden, vielen kleinen Inseln, die sich verbinden, einer Umarmung, die um die Welt geht. Einer Welt, in der auch aufgeklebte Spielzeugaugen ihren Platz haben.

Das ist, was ich uns allen wünsche, dass wir wieder zu mutigen Schülerinnen und Schülern einer herzerwärmenden Freundlichkeit werden, die das unperfekte, oft schmerzliche, doch einzigartige Leben, die jetzige einzigartige Welt, die so voller Wunder ist, belebt und uns immer wieder aufs Neue zeigt, dass das Wesentliche im Leben ein erwachtes Herz ist. Es kann Welten bewegen und Dinge ermöglichen, die wir rein aus dem Verstand geboren nicht für möglich halten. Es ist der Geist, den wir brauchen, um für unsere Erde und ein Leben in Würde einzutreten, in dem das Augenmerk wieder auf einem in-Beziehung-sein liegt und dem „wir“.

Ich wünsche Ihnen, dir und uns ein freies, freundliches Herz, einen freien und freundlichen Geist und ein friedliches, gesundes und liebevolles Jahr 2026!